Hallo Leute!
Ok ok... wir entschuldigen uns, weil wir erst jetzt unseren Eintrag machen. Verspätet aber doch nun unsere Zusammenfassung von unseren Kenia-Flitterwochen.
Wie ihr ja wisst sind wir von Wien aus geflogen, also sind wir schon mal einen Tag vorher (Samstag) nach Wien und haben dort in einem Hotel übernachtet. Am nächsten Tag haben wir uns mit einem Freund und seiner Freundin getroffen. David war mit mir damals im Zivildienst und jetzt studiert er in Wien Medizin und seine Freundin ist aus Oberösterreich und studiert Biologie. Sie haben uns dann freundlicherweise ein paar Sachen in Wien gezeigt, unter anderem ein Cafe (ich denke ein Studentencafe) wo wir was getrunken und gegessen haben, und ihre Wohnung. Eine tolle Wohnung. Danke David und Jules, es war sehr nett mit Euch.
Anschliessend sind wir dann am Sonntag Abend zum Flughafen und haben mal alles eingecheckt etc.... und dann gings los, ein Flugzeug vollgepackt mit Wiener Pensionisten,... und wir mitten drin. Nicht zu vergessen, die Pensionisten waren verärgert, da das Flugzeug sage uns schreibe 1,5 Stunden verspätet war. Ujujujujuj.
Wir dachten immer die Deutschen sind schlimm, aber die Wiener Rentner übertreffen alles bisher dagewesene. Da wird in einer Tour gejammert, gestritten, den Regeln widersetzt... was nur geht. Vielleicht sollt man darüber einen Film drehn, wäre bestimmt ein Kassenschlager vom Rest Österreich ;o). Sollte dies ein Wiener lesen, entschuldigt, aber es war die Hölle.
Wir sind dann zwischen 3 und 4 Uhr morgens in Aswan/Ägypten zwischengelandet um den Flieger wieder aufzutanken und neues Essen & Getränke einzuladen. Wir hatten etwa 1,5 Stunden in der Wartehalle warten müssen bis wir wieder weiterfliegen konnten. Aber das beste war, dass wir in der Wartehalle nichts machen konnten außer Wasser trinken, rumsitzen und auf Klo gehen.
Also nichts einkaufen oder so... aber wir mussten trotzdem alle nochmal durch eine Sicherheitskontrolle wo unser Handgepäck durchsucht wurde und wir nochmal durch den Metalldetektor watscheln mussten. Dies war natürlich viel zuviel für die Wiener und es brach fast ein Massentumult aus, aber um die Uhrzeit und nach dem anstrengenden Flug waren die aufgebrachten Leute dann doch zu müde um etwas zu unternehmen und befolgten die Anweisungen.
Also dann wieder im Flieger gings etwa nochmal ca. 5 Stunden bis wir dann schlussendlich in Mombasa/Kenia gelandet sind. Raus aus dem Flugzeug und erstmal WOW... ein- und ausatmen, bei einer Luftfeuchtigkeit von "keine Ahnung 80 %" so kam es uns vor *lach* und noch ein Temperaturunterschied von etwa 30 Grad. Aber so schöööön...
Da wärmt sich der Körper so richtig von innen wieder auf. Dann mussten wir alle die Visumspapiere ausfüllen, was eigentlich keine grosse Aufgabe war. Jedoch ein Wiener Rentner-pärchen die neben uns das auszufüllen versuchten scheiterten fast. Er muss wohl kurz vor der Explosion gewesen sein denn sein Kopf war schon ganz rot und seine Stimme fast heiser weil er seine Frau die ganze Zeit angeschrien hatte, weil sie nicht wusste was wo auszufüllen war, aber er selbst es auch nicht konnte. Die Visumspapiere waren auf Englisch.
Ich schrie ihn dann mal an mit etwa diesen Worten: "HALLOOOO... ist jetzt mal Schluss hier?? Wir sind noch nicht mal im Hotel und ihr bringt euch fast um, entspannt euch ihr seid im Urlaub!!" Daraufhin versuchte er irgendwas zu sagen schätze ich, stattdessen hat er wie ein gestrandeter Fisch nur die ihn heisse umgebende Luft schnappend eingeatmet, grosse Augen gemacht und ist wütend davongestiefelt.
Wir halfen dann der eingeschüchterten Dame das Formular auszufüllen und sind dann durch die Sicherheitskontrollen, Koffer gesucht & gefunden und dann ab zum Bus. Selbstverständlich warteten hier schon die ersten Helfer, die die Koffer abgenommen und ein paar Meter zu dem wartenden Hotelbus gebracht haben. Dort wird er fachmännisch aufs Dach geworfen und mit ein paar Seilen gegen das unkontrollierte rumfliegen gesichert. Der Bus war genau so, wie man sich einen Afrikanischen Bus eben vorstellt. Das 1. Abenteuer begann mit dieser Busfahrt.
Sobald sich alle im Bus befanden ging die abenteuerliche Fahr schon los und wir wurden unterwegs aufgeklärt was sich gerade links, rechts, hinter oder vor dem Bus befindet und anschliessend wurde uns noch ein Liedchen vorgesungen welches hier jeden Tag zu jeder Tageszeit geträllert wird, wohl die inoffizielle Landeshymne. Jambo,... Jambo Bwana, Habari, masuri sana... blabla... googelt mal nach Jambo Song Kenya, dann findet ihr sicher etwas. Witzig und so fröhlich. Ihr werdet lachen, aber dieser Song war die ganzen 2 Wochen ein Ohrwurm für uns beide.
Dann nach etwa 50 Minuten sind wir in unserem Hotel angekommen... ein sehr schönes Hotel. Grosse Anlage, sauber, unglaublich freundliches Personal. Alles bestens.
Wir wurden vom Hotelmanager empfangen der uns erstmal auf Deutsch (wohl zum Eigenschutz, denn der übliche Wiener redet im normalfall breiter Wiener Dialekt - auch mit Kenianern) erklärte wie hier alles so abläuft, wann es Frühstück gibt etc. etc.
Dann haben wir unser Hotelzimmer bezogen, und was macht man als nächstes, ganz klar - man geht an den Strand. Ujujujujuj... das 2. Abenteuer beginnt:
Als wir runter an den Strand liefen winkten uns schon die ersten Kenianer herbei, was sehr sympatisch winkte und sie hießen uns willkommen. Kurz vorweg: in Kenia gibt es keine Privatstrände, die gehören allen, somit sind sehr sehr viele Verkäufer da (und wenn ich meine viele, dann addiert nochmal so viele dazu). Offensichtlich wurden wir als neue Touristen erkannt, unserer Hautfarbe zu verdanken. Zwei Bleichgesichter... Ein paar Minuten später waren wir von etwa 20 Leuten umgeben die uns an den Händen zogen und uns Halsketten, Armbänder und Tücher umgebunden hatte, und ehe man sich versieht hat man auch schon alles gekauft - PER HANDSCHLAG. Ehrlich, nennt uns nicht naiv, da hat man keine Chance.
Da wir am 1. Tag mit der Kenia-Schilling und Euro Umrechnung noch nicht so auf Zack waren (obwohl sehr einfach 100 KSH = 1 EUR) und wir so in der Beengung dieser Menschen waren, haben wir erst fast zu spät realisiert wieviel Geld die eigentlich für all das Zeug wollten. "Oh, 8.000 KSH sind ja nur 8 EUR, ach das kaufen wir!" - NEIN, FALSCH, es sind 80 EUR. Selbstverständlich sind wir dann wieder zu ihnen gegangen und haben verhandelt, wenn nicht fast gestritten, was das Zeug hielt und haben dann alles zusammen um weniger als ein drittel des Ursprünglichen Preises bekommen. Viele dieser Dinge wollten wir nicht mal. Na, Egal... man darf nie vergessen, dass diese Leute so ihre Familien ernären. Traurig aber wahr - dies steht im Reiseführer über Kenia.
Wir wurden dann später vom Hotelmanager aufgeklärt, dass die Leute von Anfang an schon mehr als das doppelte auf den Preis aufschlagen was sie eigentlich dafür wollen.
Naja, diese Lektion muss wohl jeder in Kenia lernen... ;-)
Jedenfalls war dieser 1. Tag schon ein Schockerlebnis für uns und wir trauten uns praktisch nicht mehr an den Strand. Wir wunderten uns dann auch nicht mehr, warum niemand am Strand sondern alle an der Poollandschaft lagen.
Wir sind dann eben nur am früheren Morgen und am späteren Abend an den Strand, wenn die Verkäufer alle weg waren. Ansonsten kann man einfach nicht ohne Ruhe an den Strand. Sagen bringt auch nichts, denn wir versuchten es. "Hey, wir sind jetzt den 1. Tag hier und wollen einen gemütlichen Strandspaziergang machen, es sind unsere Flitterwochen!" - "Klar, klar, ok, ok... macht nur!" Wir fingen an zu laufen und ca. 3 Meter hinter uns 20 Verkäufer mit uns... *lach* Unmöglich!
Und wenn man es bis ins Wasser schafft, dann liegen einem die Verkäufer in den Ohren, die mit ihren Booten im Wasser auf Kundschaft warten.
Aber ja,... schlussendlich kämpfen die ja ums Überleben, man darf ihnen nicht böse sein, was leider dann manchmal schwer fällt.
Wir waren uns aber sicher dass sie mehr Geschäft machen würden wenn sie die Leute einfach sein lassen, dann kommen die von selbst um an ihren Ständen zu schauen was sie denn so verkaufen. Denn mit dieser Belagerung kommt grad gar niemand mehr, die "Opfer" erzählen natürlich im Hotel den anderen Gästen gleich weiter dass es ein waghalsiges Unternehmen ist an den Strand zu gehen.
Naja, dieser erste Tag dann gut überstanden, hatten wir zwei wunderschöne Wochen. Alle Safaris und so hatten wir bei einem der Strandverkäufer gebucht. Dann geht das Geld wenigstens an die richtigen Leute. Die Hotelkette macht ohnehin schon genug Geld und Gewinn.
So,... das ist jetzt mal der erste Tag unserer Story... schon genug bisher ;-) ??? Ne, nicht oder... Wir erzählen Euch noch von unserer Safari, Dolphin dow Tour, Segeltour, Schnorcheltour, Waisenhausbesuch usw.
Fortsetzung folgt in Kürze.
Bis dann, wir lieben Euch
Christoph & Tina
PS: Ganz kurz noch - der typische Wiener Pesionist bei einer Bustour zu einem Kenianer:
"Geh herst, loss die Tür do uffn. Es is haß genuag hier drinn, so blost wenigstans a büssl durch!" ... Juhu, ihr hättet das Gesicht vom Kenianer sehn sollen... Die ganze Welt spricht Wienerisch... ;o)
Montag, 16. Februar 2009
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